Tradition

 Chronik  Kleinkaliber-Schützenverein Ulm-Söflingen 1928 e.V.

Der Kleinkaliber-Schützenverein Ulm-Söflingen hat seinen Ursprung, wie viele der in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts gegründeten Schützenvereine, im damaligen Veteranen- und Kriegerverein Söflingen.

1928 gründeten 23 Mitglieder der Schützenabteilung des vorgenanten Vereins den Kleinkaliber- und Zimmerschützenverein Söflingen mit dem 1. Vorsitzenden Felix Ilg, der dieses Ehrenamt bis über das Kriegsende 1945 hinaus inne hatte und im Juni 1953 verstarb.

Zunächst wurde der Schießbetrieb in kleinerem Umfang im Vereinslokal "Zur Chaussee" aufgenommen. Die Mitgliederzahl wuchs in kurzer Zeit auf 70 Personen. Die Stadt Ulm stellte beim "Türmle" ein Gelände zur Verfügung, auf dem dann in Eigenhilfe und mit gespendeten finanziellen Mitteln der erste Schießstand gebaut wurde. Der Verein entwickelte sich weiterhin gut. Zwei vereinseigene Gewehre wurden angeschafft, die Frauen von Vereinsmitgliedern bemühten sich um Spenden für eine Vereinsfahne, die 1932 beschafft werden konnte und am 1. Juli 1934 geweiht wurde.

1935 erklärte die Stadt Ulm das Schießgelände zum Baugebiet und stellte dem Verein ein neues Gelände zur Verfügung. Der Schießstand am "Türmle" musste abgebaut und am "Roten Berg" wieder aufgebaut werden. Inzwischen war der Verein gleichgeschaltet als "Mitglied des Deutschen Schützenverbandes e.V. im NSRL".

1945 endete das öffentliche Vereinsleben. Die Vereinsfahne kam ins Museum der Stadt Ulm. Widersprüchliche Angaben bestehen darüber, ob der Verein seinerzeit durch alliierte Gesetzgebung aufgelöst wurde oder nur ruhte. Das Schützenhaus wurde zu Wohnzwecken vereinnahmt und vermietet. Der Verein musste noch bis 1948 Abgaben an die Stadt Ulm zahlen.

Noch 1947 wurde eine Hausrat- und Feuerversicherung um 10 Jahre verlängert.

1948 hat das Staatsrentenamt das Schützenhaus an eine Privatperson verkauft.

1953, nach der Beerdigung des früheren 1. Vorsitzenden Felix Ilg, trafen sich am 30. August einige alte Vereinsmitglieder im ehemaligen Vereinslokal "Zur Chaussee" und beschlossen, den Verein wieder aufleben zu lassen. Da Unklarheiten über den Status des alten Vereins bestanden und um einen neuen Vorstand zu wählen, wurde zum 26.09.1953 eine Gründungsversammlung einberufen. Es wurde zum 1. Vorsitzenden der langjährige frühere Kassier Gustav Ott gewählt. Auch im übrigen Vorstand und Ausschuss übernahmen alte Mitglieder ihre frühere Funktion wie Schriftführer, Vereinsdiener und Fahnenträger. Die noch vorhandene Schützenkette - heutige Königskette - wurde unter Verwendung von zwei gestifteten Silbermünzen entnazifiziert.

Für die aus dem Ulmer Museum zurückerhaltene Fahne musste eine neue Spitze beschafft werden, da die alte als Siegestrophäe über den Ozean gewandert war.

1954, zur Jahreshauptversammlung am 24. Januar, wurde bereits eine neue Vereinssatzung verabschiedet und beschlossen, den Verein als "Kleinkaliber-Schützenverein Ulm-Söflingen von 1928" zur Eintragung in das Vereinsregister anzumelden.

1955, ab 1. Januar, wurde der Verein Mitglied im Württembergischen Schützenverband. Im Laufe des Jahres musste das Vereinslokal gewechselt werden, weil im Gasthaus "Zur Chaussee" die Schießbahn zu kurz war. Im neuen Vereinslokal "Alte Bahnhofs-Restauration" in Söflingen konnten sechs 10m-Luftgewehr-Stände installiert werden. Nach langwierigen und zähen Verhandlungen mit den zuständigen Bundes- und Städtischen Behörden wurde 1956 dem Verein für einen KK-Schießstand der heutige Platz im früheren Wehrmachtsschießstand zur Verfügung gestellt und verpachtet.

Im September 1956 konnte in der Jörg-Syrlin-Straße ein Behelfsheim für 3000 DM erworben werden. Zur Finanzierung stellten 4 Vereinsmitglieder 2300 DM als Darlehen zur Verfügung, der Rest wurde über Bausteine finanziert. Das Haus wurde abgebaut, als Schützenhaus wieder aufgebaut und 1961, im August, nach 4 ½ jähriger Bauzeit, zusammen mit dem - mit eigenen Mitteln und in tatkräftiger Selbsthilfe erstellten 50m-KK-Schießstand, mit 6 Schießbahnen und elektrischer Scheibenzuganlage - mit einem Eröffnungs-Preisschießen offiziell in Benutzung genommen.

War das Vereinsgeschick bisher geprägt von Standortwechseln und Wiederaufbau, so haben in den Folgejahren Vorstand und Mitglieder mit viel Zeitaufwand und finanzieller Unterstützung von Stadt Ulm und Sportbund, Räumlichkeiten und Anlagen geschaffen, die der vielseitigen Entwicklung im Schießsport entsprachen und das gesellschaftliche Vereinsleben förderten.

1966, Beginn mit dem Bogenschießen

1968, Gründung einer Bogen-Sportabteilung.

1972, Beginn mit dem Pistolen-Schießen.

1975, Vorderlader-Schießen (Kurz- und Langwaffen).

August 1978, Jubiläumsschießen, anlässlich des 50-jährigen Vereinsjubiläums mit Jubiläumsfeier im wiederum neu erbauten, größeren Vereinsheim.

1988 / 89, Erweiterung des Bogenplatzes auf 90m-Schießbahn-Distanz und 6 Stände

1991, Einweihung einer auch als Festhalle verwendbaren LG / LP-Halle mit 8 Schießbahnen und elektrischen Scheibenzuganlagen.

1994, 50m Gewehr-Schießstand und 25m Pistolen-Schießstand im Zuge von Emissions- und Immissions-Auflagen erneuert und erweitert. In der Schießsportanlage des KKS Ulm-Söflingen sind somit die Voraussetzungen gegeben den Schießsport in allen einschlägigen Wettbewerben des DSB auszuüben. Eine Bogen-Schießsporthalle befindet sich in der Planung.

Die Teilnahme der Sportschützen des Vereins an den Jährlichen Meisterschaften reicht von den Kreis- bis zu den Deutschen Meisterschaften mit vorderen Platzierungen.

Ab 1971 wurde die Bogenschützin Ellen Kutter mehrfach Landesmeisterin, war 1971 / 72  in der Deutschen Nationalmannschaft und bis 1979 im Landeskader. 1973 wurde der Bogenschütze Franz Enderle als Mitglied der Nationalmannschaft Mannschafts-Europameister, 2001 der Vorderlader-Schütze Martin Braunmiller Landesmeister mit dem Perkusssions-Revolver. Bei den LIGA-Wettkämpfen auf Kreis- und Bezirksebene waren insbesondere die Pistolenschützen erfolgreich. Zuletzt 2001 auf Bezirksebene mit Vorderlader-Kurzwaffen Platz 1, sowohl in der Mannschaftswertung, als auch mit Ulrich Wurm in der Einzelwertung.

Höhepunkt im Vereinsleben ist die jährliche Jahresfeier im Vereinsheim für Mitglieder und Gäste mit Königsproklamation und Siegerehrung aus Abschießen, Pokalschießen und Vereinsmeisterschaft. Adlerschießen wird alle zwei Jahre durchgeführt.

Der Kleinkaliber-Schützenverein Ulm-Söflingen wurde im Verlauf seiner fast 75jährigen Geschichte geleitet von folgenden 1. Vorsitzenden / Oberschützenmeistern:

1928 Felix Ilg
1953 Gustav Ott
1960   Heinrich Weiler
1975 Martin Jankowski
1977 Horst Böcker
1981 Heinrich Weiler
1983 Manfred Kern
1985 Rudolf Stegmaier
1989 Günter Geist
1991 Horst Böcker
2009 Holger Strähle
2013 Ralph Widenmann

Die Vorstandschaft 2017

Oberschützenmeister Ralph Widenmann
1. Schützenmeister Florian Brand
2. Schützenmeister & Sportleiter Markus Hauser
Schatzmeister Uta Widenmann
Schriftführer Lise Jankowski
Abt.-Leiter Pistole & stellv. Sportleiter Jens Bartelmeß
Abt.-Leiter Gewehr Marcus Reißbach
Abt.-Leiter Bogen Diana Schmid
Abt.-Leiter Jagd Artur Schlenker
Techn. Leiter Eugen Grupp
Jugendleiter -- nicht besetzt
Öffentlichkeitsarbeit Katrin Frischkemuth
   
1. Kassenprüfer Patricia Will
2. Kassenprüfer Markus Böcker

Stand 03.2017